Die Party
von Ulrike Haidacher
Marlene Hauser, © Lex Karelly, 2024
2024
Durch einen absurden Zufall landet die Ich-Erzählerin im Elternhaus eines österreichischen Regisseurs, der dort im Hobbykeller eine Kochparty veranstaltet. Schon bald offenbart sich das Event als einzige Selbstinszenierung des Regisseurs. Dieser stilisiert sich als großartiger Koch, Parade-Feminist und männliches Genie – ein »Mansplainer« par excellence. Unverhofft stolpert die junge Frau in die Diskussionen der Yuppie-Partygäste über Emanzipation, den Begriff der »starken Frau« und Weltverbesserung. Während Unmengen an Prosecco gekippt und Grammelknödel verkostet werden, versucht die Protagonistin, einen emotionalen Konflikt mit ihrer Schwester zu verarbeiten und inmitten der hitzigen Diskussionen nicht unterzugehen.
- Regie
- Lukas Michelitsch
- mit
- Marlene Hauser
- Sound / Musik
- Benno Hitti
- Bühne / Kostüm
- Kathrin Eingang
- Dramaturgie
- Emily Richards
- Regie-Assistenz
- Lisa Fuchs
Marlene Hauser, © Lex Karelly, 2024
Marlene Hauser, © Clara Wildberger, 2024
Marlene Hauser, © Lex Karelly, 2024
Lukas Michelitsch, Marlene Hauser, © Clara Wildberger, 2024
Presse
"So gelingt dieser Theateradaption, was schon dem preisgekrönten Roman geglückt war: Humorvoll und pointiert wird hier eine Gesellschaft vorgeführt, deren hehre Werte nichts als hohle Gesten sind. Schon das alleine wäre sehenswert - Marlene Hauser macht es zu einem Erlebnis"
Das muss man sich erst einmal trauen: einen Roman, der auf einem Kabarettsolo basiert, in einer Bühnenfassung als Monolog für eine Person zu inszenieren. Wenn man da nicht aufpasst, wird schnell wieder Kabarett daraus und der Umweg war umsonst. Lukas Michelitsch aber macht in seiner ersten Arbeit nach dem Regiestudium: Theater! Raumgreifend! In der Spielstätte Schauraum des Grazer Schauspielhauses platziert er Teile des Publikums auf der Bühne inmitten rätselhafter, museal anmutender Objekte und lässt Schauspielerin Marlene Hauser zwischen den Zuschauenden ordentlich Meter machen. Die jeweilige Station im Raum bestimmt, in welche der Partygäste aus der Feder von Autorin Ulrike Haidacher die Protagonistin sich gerade hineinimaginiert. So entfaltet sich die eigenwillige Traumlogik der Vorlage dreidimensional neu. Und weil auch der Text präzise gearbeitet ist, entsteht eine unterhaltsame Theateraufführung.